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Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

Beiträge: 276

Wohnort: D-77815 Bühl, Mittelbaden

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Freitag, 2. August 2013, 11:50

Grundstrukturen einer ZEG

Die heutigen Nationalstaaten und ihre Grenzen sind größtenteils das Ergebnis von Kriegen, dynastischen und sonstigen reinen Machtinteressen. Sie wurden deshalb ohne Rücksicht auf die gewachsenen sprachlichen und sonstigen Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge der jeweiligen Bevölkerung errichtet und begrenzt, deren Grundrecht auf Muttersprache und demokratische Selbstbestimmung im Zuge dessen missachtet und verletzt wurde.

Infolge dessen sollen die heutigen Nationalstaaten, z.B. das "Europa der Vaterländer" schrittweise durch Staaten ersetzt werden, die durch die Sprachgrenzen bzw. die Sprachgemeinschaften festgelegt werden. Für den deutschen Sprachraum soll im Zuge dessen die "Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG)" an die Stelle der bisher auf dem Gebiet des geschlossenen deutschen Sprachraumes bestehenden Nationalstaaten treten.
Soweit es in größeren Sprachräume verschiedene großräumige Mundarten gibt wie z.B. im deutschen Sprachraum, sollen die Staaten in Bundesstaaten unterteilt sein, die sich nach den verschiedenen Mundartgebieten begrenzen.

Der Schutz anderssprachiger Minderheiten (auf dem Gebiet der DSG Dänen in Südschleswig, Friesen in Nord- und Ostfriesland, Sorben in der Lausitz u.a.) muss in vollem Umfang den diesbezüglichen europarechtlichen und internationalen Standards entsprechen.

Neben der DSG sollen im weiteren Verlauf auch Sprachgemeinschaften für den niederländischen Sprachraum (Niederlande und Flandern) und den lützeburgisch/letzebürgisch/luxemburgischen Sprachraum gebildet und mit der DSG zur Zentraleuropäischen Gemeinschaft (ZEG) zusammengeführt werden.

Einer solchen ZEG sollen dann auch die anderen mitteleuropäischen Sprachgemeinschaften bzw. die auf ihrem Gebiet anstelle der bisherigen Nationalstaaten gebildeten Staaten beitreten können:
- die westslawischen Sprachgemeinschaften Polen, Tschechien und Slowakei,
- die südslawische Sprachgemeinschaft Slowenien, vielleicht auch Kroatien,
- die magyarisch/ungarische Sprachgemeinschaft,
- die baltischen Sprachgemeinschaften Estland, Lettland und Litauen.
Für die baltischen Sprachgemeinschaften gilt das nur, soweit sie sich nicht an einer von den skandinavischen Sprachgemeinschaften gebildeten Regionalgemeinschaft parallel zur ZEG beteiligen - grundsätzlich spricht aber auch nichts gegen die Beteiligung von Sprachgemeinschaften an mehr als einer Regionalgemeinschaft.
»Michael Frietsch« hat folgende Bilder angehängt:
  • DSG (deutschsprachige Gemeinschaft).jpg
  • DSG - Europa.jpg
  • Languages_of_Europe_map - Kopie (2).jpg

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

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Mittwoch, 30. Juli 2014, 10:22

DSG als Teil einer Zentraleuropäischen Gemeinschaft

Gerade im Zusammenhang mit den europäischen Banken-, Schulden- und Euro-Krisen wird immer wieder und in letzter Zeit zunehmend darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn die EU am Euro zerbrechen würde; es wurde auch schon von einer eventuellen Nord-EU und einer Süd-EU gesprochen.
Wenn aber alles auseinanderfallen sollte, was dann? Es wäre vorstellbar, dass dann mehrere Staatenföderationen die Nachfolge der EU antreten wie z.B. der schon länger als die EU bestehende Nordische Rat mit den skandinavischen Staaten, eine Art Mittelmeer-Union, wie sie Sarkozy vor-schwebte, bzw. eine Art Mittelmeer-Staatenallianz, wie sie bei einem der letzten Brüsseler Gipfel durchschimmerte, und unter anderem eben auch eine Zentraleuropäische Gemeinschaft (ZEG).
Spätestens seit 1989/90 weiß man ja, dass sich der Wind manchmal sehr schnell drehen kann, und welche Rolle würde denn in diesem Jahrhundert und darüber hinaus ein in mehrere Dutzend Einzelstaaten zersplittertes Europa neben solchen Giganten wie China oder Indien oder in völliger Abhängigkeit vor allem von russischen Rohstoffen noch spielen können?

Auch wenn die EU fortbesteht, wäre das Überwinden der Zersplitterung Europas in Gestalt mehrerer Föderationen wie der beschriebenen ein empfehlenswertes Vorgehen, weil dadurch der heute die EU ebenfalls belastende Gegensatz zwischen den großen und den kleinen Mitgliedsstaaten überbrückt werden könnte. So könnte eine Mittelebene eingezogen werden, durch die ein EU-Einheitsbrei bzw. ein kontinentaler Zentralstaat verhindert (der den kleineren Staaten sicher noch viel weniger schmecken würde als die Mitgliedschaft in einer "Mittelstufen-Föderation") und die es allen Einzelstaaten ermöglichen würde, ihre Identität zu behalten, ebenso einen Großteil ihrer staatlichen Souveränität.

Man hätte dann innerhalb der EU nicht nur mehrere Föderationen etwa auf Augenhöhe, sondern könnte innerhalb der einzelnen Föderationen durch Organisationsstrukturen wie ein Einstimmigkeitserfordernis bei der Vertrags- oder Verfassungsgesetzgebung und bei Vertrags- bzw. Verfassungsänderungen) die einzelnen Mitgliedsstaaten so miteinander koordinieren, dass keiner ein Anhängsel eines anderen wird, sich ihm anschließt oder mit ihm gar verschmolzen oder "wieder-vereinigt" wird!

Eine solche Zentraleuropäische Gemeinschaft soll aus den Sprachgemeinschaften Mitteleuropas bestehen:
- Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG),
- Niederländische Sprachgemeinschaft (Niederlande und Flandern),
- Lützeburgische/Letzebürgische/Luxemburgische Sprachgemeinschaft (Lützeburg, Arel u. St. Vith),
- Westslawische Sprachgemeinschaften (Polen, Tschechien, Slowakei),
- Ungarische Sprachgemeinschaft (Ungarn, Südslowakei, Woiwodina/Serbien),
- Baltische Sprachgemeinschaften (Litauen, Lettland, Estland).

Bei den baltischen Sprachgemeinschaften kommt auch eine Mitgliedschaft im Nordischen Rat der skandinavischen Staaten in Betracht. Sie könnte sich auch mit der Mitgliedschaft in der ZEG überlappen.

Ähnliches gilt für Slowenien und Kroatien, für die nach sprachlichen Gesichtspunkten vorrangig die Mitgliedschaft in einer Föderation südslawischer Sprachgemeinschaften in Betracht kommt (zusammen mit Serbien, Mazedonien und Bulgarien).

Um mit dem Aufbau einer ZEG nicht warten zu müssen, bis die Sprachgemeinschaften, die anstelle der heutigen Nationalstaaten treten sollen, entstanden sind, käme auch in Betracht, die ZEG und alle anderen „Mittelstufen-Föderationen“ bereits jetzt im Zuge einer vertrags- bzw. verfassungsrechtlichen Reform der EU mit den Staaten, die heute auf den für die Mittelstufen-Föderationen vorgesehenen Gebieten liegen aufzubauen und den außerhalb dieser Staaten liegenden Sprachgebieten, die den Sprachgemeinschaften angehören sollen, ein eigenständiges Beitrittsrecht zu geben. Mit dem Ein-räumen der Möglichkeit sich überlappender Mehrfachmitgliedschaften könnten gemeinschafts- und staatsrechtliche Verwerfungen vermieden werden.

Für die zur einer solchen ZEG gehörende DSG würde das bedeuten, dass sie zunächst von den heute dem Rat für Deutsche Rechtschreibung (RDR) gehörenden Staaten und Gemeinschaften (Deutschland, Österreich, deutschsprachige Schweiz, Liechtenstein, nördliches Südtirol, Deutsch-sprachige Gemeinschaft in Ost-Belgien) gegründet werden könnte - es bedarf aber keiner Neugründung, sondern man bräuchte nur den RDR schrittweise zur DSG weiterzuentwickeln.