Sie sind nicht angemeldet.

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

Beiträge: 276

Wohnort: D-77815 Bühl, Mittelbaden

  • Nachricht senden

1

Samstag, 27. Oktober 2012, 23:56

Vollständige Versorgung aus erneuerbaren Energien

Bisher wird die Frage, wie unser Energiebedarf zu decken ist, oft in der Weise beantwortet, dass man noch so lang mit Atomkraft und fossilen Energieträgern arbeiten müsse, bis sich der gesamte Energiebedarf allein aus erneuerbaren Energiequellen decken lässt.

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer hat die Mahnung verbreitet, dass der Mensch nicht nur bei der Energieversorgung, sondern im Umgang mit allen Arten gefährlicher Technologien an dem Grundsatz orientiert sein muss, dass nur Technologien verwirklicht und verantwortet werden können, die keine nicht wiedergutzumachenden Schäden anrichten.

Gegen diesen Gesichtspunkt verstößt die Atomenergie grundlegend! Aber auch wenn oft argumentiert wird, dass wir die Atomenergie vorerst noch bräuchten, kommt man nicht zu einem anderen Ergebnis: Selbst im zeitweise strengen Winter 2011/12 kam es nicht zu Energieversorgungsengpässen, obwohl nach Fukushima mehrere Atomkraftwerke abgeschaltet worden waren - im Gegenteil: Deutschland exportierte mitten im Winter sogar noch Strom nach Frankreich, dem Nirwana der Atomkraft, weil man es dort nicht schaffte, alle Atomkraftwerke so instand zu halten, dass man sie auf Volllast laufen lassen konnte - bleibt nur zu hoffen, dass es sich dabei nicht auch um sicherheitsrelevante Mängel handelte und in Zukunft handeln wird!

Dann ist sicher auch bekannt, dass unsere Windkraftwerke bereits heute oft so viel Strom erzeugen, der nicht gebraucht wird, dass bei starkem Wind zahlreiche Windräder ausgeschaltet werden müssen, um nicht eine Überlastung und damit ein Zusammenbruch des Stromnetzes herbei zu führen.

Darüber hinaus gibt es schon jahrelang Energieversorgungsmodelle, die imstand sind, die Energieversorgung vollständig zu gewährleisten, und die das Erfordernis, jetzt im Schnellgang die Stromtransportnetze auszubauen, entschärfen könnten, bisher aber leider nur in einigen wenigen Gemeinden verwirklicht wurden, weil sie es aus eigenem Antrieb und oft gegen den erbitterten Widerstand der großen Stromkonzerne durchsetzten:
- Grundlage sind Sonnen-, Wind- und Wasserkraft, die natürlich je nach Lage unterschiedliche Anteile an der Energieversorgung übernehmen können
- Biogas-Anlagen erzeugen aus Klärwerken sowie landwirtschaftlichen und sonstigen biologischen Abfällen einen weiteren, stark steigerbaren Anteil
- Stromerzeugungslücken, die dann noch entstehen, können durch die so genannte Methanogenese, also künstliche Erzeugung von Methangas, gedeckt werden.

Methanogenese: Mit elektrischem Strom aus Sonnenkraft oder anderen Quellen wird Wasser gespalten (so genannte Elektrolyse). Der Sauerstoff kann industriell verwendet oder in die Atomsphäre gelassen werden, der Wasserstoff wird auf chemischem Weg mit Kohlendioxid (CO2) zu Methan (CH4), einem Hauptbestandteil natürlichen Erdgases, verbunden. Methangas hätte den Vorteil der leichten Speicherbarkeit in Tanks, denn Wasserstoff lässt sich wegen seiner Diffundierungstendenz schlecht speichern, obwohl es dafür auch längst Möglichkeiten gibt, die eben nur von der Petroleumindustrie bekämpft werden. Und als Kohlendioxid-Quelle könnten z. B. Kraftwerks- oder Industrieabgase verwendet werden! Man mag es kaum glauben, dass diese Möglichkeit bisher noch nicht genutzt wird. Stattdessen fabuliert man über solchen Schwachsinn wie Kohlendioxid-Verpressung in den Erdboden - ein leichtes Erdbeben mit Rissbildungen, und die im betreffenden Gebiet lebenden Menschen würden lautlos und geruchsneutral auf der Stelle getötet.

Zur Wasserkraft: Norwegen hat angeboten, Europa mit Strom aus seinen zahlreichen Wasserkraftwerken zu versorgen, den es so massenhaft erzeugt, dass technisch gesehen auf einen Schlag in Europa bis zu 60 Atomkraftwerke ausgeschaltet werden könnten! Und wenn in Mitteleuropa von Windrädern und anderen erneuerbaren Energiequellen Stromüberschüsse erzeugt werden, könnte man sie dazu verwenden, bei uns oder in Norwegen das Wasser wieder in die Wasserspeicher der Kraftwerke hochzupumpen; Pumpspeichertechnologie nennt man das. Technisch sind das eigentlich alte Hüte, aber beim politischen, organisatorischen und finanziellen Umsetzen hapert es eben (gewollt?!) nach wie vor. Man kann das eigentlich nur noch alles so stehen lassen, damit der Irrsinn, dass diese Möglichkeiten bisher nicht genutzt wurden, für sich selbst wirken kann!

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

Beiträge: 276

Wohnort: D-77815 Bühl, Mittelbaden

  • Nachricht senden

2

Montag, 15. September 2014, 23:06

Energiepolitische Schlussfolgerungen aus der Krim-Krise und aus dem Krieg gegen den IS

Im Oktober 1973 sah sich Westeuropa gezwungen, an mehreren Sonntagen den Autoverkehr zu verbieten, und über mehrere Wochen hinweg durfte man auf den Landstraßen nur 80 km/h und auf den Autobahnen außerhalb der Wochenenden nur 100 km/h fahren, alles wegen der Ölkrise.

Was wäre, wenn es nicht gelingen sollte, den Vormarsch des IS (Islamischer Staat) zu stoppen? Wenn z.B. ein Übergriff an den Persischen Golf und auf Saudi-Arabien nicht verhindert werden könnte, könnte es plötzlich wieder zu einer Ölkrise kommen, allerdings einer wesentlich schwereren und nachhaltigeren als damals vor 41 Jahren. Heute gibt es eine globalisierte Wirtschaft, und wenn die zusammenbrechen würde, dann wäre auch und vor allem bei uns die Hölle los.

Und nun hat sich die deutsche Außenpolitik ins Schlepptau der westlichen, von den Vereinigten Staaten von Amerika (VSA engl.: USA) vorgegebenen Außenpolitik nehmen lassen, obwohl kein NATO-Bündnisfall vorliegt. Es werden Sanktionen gegen Russland verhängt, die wiederum zu Gegensanktionen führen werden, von denen vor allem unsere Wirtschaft und Energieversorgung - nicht die der VSA / USA - getroffen werden wird. Das ist blindestes Vasallentum, das sich unmittelbar gegen die Interessen des Deutschen Volkes und gegen die der anderen europäischen Völker richtet, denn es zieht ein Befriedungsverfahren für die Ukraine, wie es in den vorangegangenen Beiträgen bereits beschrieben wurde, nicht in Betracht: Eine Neufestlegung der russisch-ukrainischen Grenze nach den Grenzen der jeweiligen Mehrheitssprachgebiete bei gleichzeitigem beiderseitigem Minderheitenschutz.

In der Energiepolitik werden Deutschland und Europa dadurch sehenden Auges und damit verbrecherisch in ein existenzielles Risiko getrieben: Sollte Russland als Gegensanktion den Gashahn zudrehen, wäre ebenfalls der wirtschaftliche GAU da. Die deutsche Regierung müsste deshalb, wenn sie ihren geschworenen Eid, dem Wohl des Deutschen Volkes zu dienen, einhalten will, mit allen Mitteln eine eigenständige Energiepolitik verfolgen, die sich allein auf eigene Energiequellen stützt und hierzu so organisiert ist, wie es im Eingangsbeitrag zu diesem Themenstrang beschrieben und erläutert ist.